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Was ist eigentlich die Definition von Nachhaltigkeit?

Victoria Wegner, Freie Autorin
16. April 2020

Das Wort Nachhaltigkeit ist in unserem Alltag omnipräsent, doch obwohl uns der Begriff ständig umgibt, ist er wenig konkret. Denn für den Begriff Nachhaltigkeit, auch oft als „Sustainability“ bezeichnet, gibt es keine allgemeingültige feste Definition. Daher gibt es auch keine festen Regeln, an denen du dich orientieren kannst.

Definition von Nachhaltigkeit
Alle sprechen von Nachhaltigkeit, aber was genau verbirgt sich hinter dem Begriff?

Ist etwas nachhaltig, ist es dauerhaft, langlebig, umweltverträglich oder auch vernünftig. Viele verstehen darunter auch einfach „das Richtige tun“. Der Begriff Nachhaltigkeit ist also sehr vielfältig und bedarf einer Definition. In erster Linie kann man sagen, dass Nachhaltigkeit auf die ökologische Verantwortung abzielt, also darauf, achtsam mit den vorhandenen Ressourcen umzugehen, damit sie langfristig erhalten bleiben und der Bestand auf natürliche Art und Weise erneuert werden kann. Jeder sollte sich also überlegen, was die Dinge, die man im täglichen Leben tut auf Dauer für Auswirkungen haben. Denn schließlich sollten wir uns alles so verhalten, dass alle Lebewesen auch in Zukunft gut leben können.

Entstehung des Begriffs Nachhaltigkeit

Doch wie ist der Begriff Nachhaltigkeit eigentlich entstanden? Bereits 1713 formulierte Hans Carl von Carlowitz, ein Oberberghauptmann aus Sachsen, das Prinzip der Nachhaltigkeit aufgrund einer drohenden Holzverknappung. In seinem Werk „Sylvicultura oeconomica“ forderte er, dass immer nur so viel Holz geschlagen werden darf, wie durch planmäßige Aufforstung wieder nachwachsen kann. Damit legte er zwar den Grundstein für die deutsche Forstwirtschaft und für das Prinzip des nachhaltigen Umgangs mit Rohstoffen, doch in der Weltgemeinschaft fanden seine Ideen erst im 20. Jahrhundert Beachtung. 1972 schrieb zum Beispiel Dennis Meadows die Studie „Grenzen des Wachstums“ für den Club of Rome und sorgte damit weltweit für mehr Aufsehen in puncto Umwelt- und Entwicklungsthemen.

Der Begriff Nachhaltigkeit erweiterte sich im Laufe der Jahre immer weiter (iStock).

Im Laufe der Jahre hat sich der Begriff der Nachhaltigkeit ständig erweitert. Im sogenannten Brundtland-Report der Vereinten Nationen von 1987 hieß es, dass eine Entwicklung nachhaltig ist, wenn sie „die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse befriedigen können.“ Dies ist eine ökologische Definition, die auch heute noch für viele Wissenschaftler und Politiker stimmig ist.

Agenda 21

Ein Meilenstein ist auch die „Agenda 21“, das Abschlussdokument der Umweltkonferenz 1992 in Rio de Janeiro. Die Agenda ist der erste internationale Vertrag zum Klimawandel, der von 172 Staaten unterzeichnet wurde. Sie stellt einen Wendepunkt in der internationalen Umweltpolitik und einen gemeinsamen Plan, mit dem mehr Nachhaltigkeit im 21. Jahrhundert geschaffen werden soll dar. Die konkreten Handlungsempfehlungen, deren übergeordnetes Ziel die Nachhaltigkeit in sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Bereichen auf lokaler, nationaler und globaler Ebene sind, wurden zum globalen Leitbild für eine nachhaltigere Entwicklung. Unter dem Motto „Global denken – lokal handeln!“ wurde jede Kommune der Unterzeichnerländer aufgerufen, eine eigene (lokale) Agenda 21 zu erarbeiten.

Das Dreieck der Nachhaltigkeit basiert auf ökologischen, ökonomischen und sozialen Elementen (iStock).

Die drei Säulen der Nachhaltigkeit

Dazu gehört auch der deutsche „Rat für nachhaltige Entwicklung“, der Nachhaltigkeit folgendermaßen definiert: „Nachhaltige Entwicklung heißt, Umweltgesichtspunkte gleichberechtigt mit sozialen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu berücksichtigen. Wir müssen unseren Kindern und Enkelkindern ein intaktes ökologisches, soziales und ökonomisches Gefüge hinterlassen.“ Bei dem sogenannten Dreieck der Nachhaltigkeit werden also ökologische, ökonomische und soziale Elemente zusammengeführt und gleichgesetzt: Bei der ökologischen Nachhaltigkeit soll die Vielfalt der Schöpfung mit den natürlichen Lebensgrundlagen für uns und kommende Generationen bewahrt werden. Ressourcen sollen nur in dem Ausmaß konsumiert werden, wie die Regeneration der Natur es erlaubt. Mit der ökonomischen Nachhaltigkeit soll eine leistungsfähige Wirtschaft, die nachfolgenden Generationen keine Probleme hinterlässt gewährleistet werden. Und die soziale Nachhaltigkeit zielt auf gleiche Chancen, Wohlstand, Bildung und Kultur für alle. Bei diesem Modell wird aber immer wieder die gleichrangige Gewichtung der drei Komponenten kritisiert, in der Praxis muss die ökologische Nachhaltigkeit vielmehr als Basis im Vordergrund stehen.

Verantwortung für die Zukunft tragen

Es gibt viele Ideen und Definitionen, die alle in eine gemeinsame Richtung steuern: Nachhaltigkeit als ein Miteinander von Mensch, Natur und Wirtschaft zum Nutzen aller Beteiligten. Unser Lebensstil heute bestimmt, wie Menschen und Tiere in der Zukunft leben können. Für mehr Nachhaltigkeit müssen alle Menschen auf der ganzen Welt zusammenarbeiten und ihre Bedürfnisse so befriedigen und sich so verhalten, dass die Umwelt für zukünftige Generationen geschont wird.

Das bedeutet für uns unter anderem, auf Folgendes zu achten:


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