Lifestyle

Umweltbewusstsein im Alltag: So einfach geht‘s!

17. April 2020

Nachhaltiges Leben und handeln im Alltag ist wichtig um die Umwelt zu schonen. Dazu gehört eine nachhaltige Ernährung, aber auch ein bewusster Umgang mit Rohstoffen und Energie. Auch kleine Beiträge sind entscheidend um die Umwelt zu schonen. Je mehr Menschen mitmachen, desto besser!

Umweltbewusstsein leben
Wenn jeder nur ein bisschen mehr Umweltbewusstsein in seinen Alltag integriert, können wir gemeinsam schon viel erreichen. Bild: iStock

Es fängt schon beim Einkauf und sparen von Verpackungsmüll an: Um auf Plastikflaschen und Folie zu verzichten, kannst du ganz einfach wiederverwendbare Trinkflaschen und Aufbewahrungsdosen verwenden. Es macht auch Sinn, sich generell über den eigenen Konsum Gedanken zu machen. Aber auch bei der Ernährung, im Haushalt und beim Müll trennen kannst du schnell viel Gutes tun.

Der ökologische Fußabdruck

Unsere Erde stellt uns nur ein gewisses Kontingent an Ressourcen zur Verfügung. Seit 1979 verbraucht die Weltbevölkerung mehr Biokapazität als die Ökosysteme dauerhaft bereitstellen können. Der „Earth Overshoot Day“ markiert den Tag des Jahres, an dem die Menschheit die gesamten Ressourcen des Jahres aufgebraucht haben. 2019 fand dieser Tag so früh wie nie statt und fiel auf den 29. Juli. Ab diesem Datum haben wir 2019 aus ökologischer Sicht über unsere Verhältnisse gelebt. Vielen ist diese Problematik gar nicht bewusst, daher ist es wichtig den eigenen Lebensstil unter die Lupe zu nehmen. Dafür eignet sich der Ökologische Fußabdruck.

Der Ökologische Fußabdruck als Indikator für Nachhaltigkeit. Bild: iStock

Mitte der 90er Jahre hatten die Wissenschaftler Mathis Wackernagel und William Rees die Idee für den Ökologischen Fußabdruck als einen Indikator für Nachhaltigkeit. Er gibt an, wie stark das Ökosystem und die natürlichen Ressourcen der Erde im Alltag beansprucht werden, also wieviel Meeresfläche, Ackerland, Weideland oder Wald nötig sind, um die verbrauchte Energie und Rohstoffe zu erneuern. Der errechnete Flächenverbrauch wird auf alle Menschen hochgerechnet und mit den real auf der Erde verfügbaren Flächen verglichen. Mit dem ökologischen Fußabdruck kann die Auswirkung unseres momentanen Konsums mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen der Erde verglichen werden. Hier kannst du deinen Fußabdruck testen und so nachvollziehen, wie du deinen Alltag nachhaltiger gestalten kannst.

Nachhaltig und clever einkaufen

Alles was produziert und verarbeitet wird, benötigt auch Energie und somit auch CO2. Daher lohnt es sich mit Bedacht einzukaufen und bei jedem Einkauf darauf zu achten, was du eigentlich kaufst. Auf Wasser in Plastikflaschen solltest du besser verzichten, es hat nicht unbedingt eine bessere Qualität als dein Leitungswasser und viel längere Transportwege. Falls du doch Flaschen kaufen musst: Mehrwegflaschen sind in der Regel immer umweltfreundlicher als die Einwegvariante. Um klimaschädliche Transportwege zu vermeiden, sollte man auf globale Produkte wie Ananas, Bananen oder anderes exotisches Obst verzichten. Es ist sowieso immer am besten regionales Obst und Gemüse der Saison zu kaufen. Den Einkauf für deine Lebensmittel erledigst du am besten regional, kaufst also möglichst Lebensmittel, die bei dir in der Umgebung angebaut wurden. Für die Produkte, die du beim Bauern in der Nähe kaufen kannst, entfallen lange Transportwege, die die Umwelt belasten. Sind die Geschäfte für dich gut mit dem Fahrrad zu erreichen, sparst du erneut CO2 und entlastest die Umwelt.

Beim Kleidungskauf geht es direkt weiter, es muss nicht immer alle neu sein! Die Produktion von Textilien belastet die Umwelt enorm: Zum einen wird nicht nur viel Abwasser produziert wird, die Abwässer enthalten auch noch Chemikalien, die nur schwer abbaubar sind. Zum anderen werden beim Anbau der Fasern auch Pestizide und Düngemittel eingesetzt. Warum also nicht öfters mal Second Hand bzw. auf dem Flohmarkt einkaufen oder auch Kleidertauschbörsen nutzen? Auch online gibt es da zum Beispiel mit dem Kleiderkreisel tolle Möglichkeiten. Und auch beim Möbelkauf lohnt es sich auf Qualität zu achten, sie sind viel langlebiger, wenn sie nicht aus Pressspan sondern auch Holz bestehen.

Essgewohnheiten ändern

Durch hohen Fleisch- oder Milchproduktekonsum vergrößert sich dein ökologischer Fußabdruck. Indem du also weniger tierische Produkte wie Fleisch, Milch, Eier oder Käse konsumierst, tust du den Tieren und der Umwelt etwas Gutes: Auch ein fleischfreier Tag in der Woche reicht schon aus um den Wasser-Fußabdruck deutlich zu senken. Denn im Gegensatz zur pflanzlichen Ernährung haben Fleischprodukte einen hohen ökologischen Fußabdruck, da sie für die Herstellung große Mengen an Wasser verbrauchen. Für ein Kilogramm Rindfleisch werden bei intensiver Haltung etwa 15.500 Liter Wasser benötigt, für ein Kilogramm Schweinefleisch 4730 Liter. Für ein Kilogramm Erdbeeren sind dagegen nur 280 Liter Wasser notwendig, für Tomaten sogar nur 110 Liter. Avocados haben dagegen eine erschreckend hohe Umweltbilanz, da sie etwa 1.000 Liter Wasser für den Anbau von einem Kilogramm benötigen. Aber auch lange Transportwege sowie umweltschädliche und sozial unverträgliche Anbauformen sind mitverantwortlich dafür, wie nachhaltig der Anbau der Produkte ist.

Tipps für eine nachhaltige Ernährung:

Bienenwachstücher nutzen

Bienenwachstücher sind eine nachhaltige Alternative zu herkömmlicher Alu- und Frischhaltefolie. Bild: iStock

Bienenwachstücher sind eine nachhaltige Alternative zu herkömmlicher Alu- oder Frischhaltefolie. Sie sind wiederverwendbar, leicht zu reinigen und kompostierbar. Durch die Wärme der Hände werden die Tücher flexibel, so dass darin Obst, Gemüse, Gebäck, Brot oder auch Käse aufbewahrt werden kann oder sie als Deckel für Schüsseln genutzt werden können. Es gibt einige tolle Anbieter wie Nuts Innovations oder Little Bee Fresh für Bienen- oder sogar vegane Pflanzenwachstücher. Anstatt mit Bienenwachs wird die vegane Variante aus Candelilla-Wachs und Sojawachs hergestellt. Du kannst die praktischen Wachstücher aber auch einfach aus Bienenwachs und Baumwollstoffen selber machen. Und natürlich können die Wachstücher auch unterwegs genutzt werden um Stullen, Gemüse oder Obst zu transportieren.

Müll vermeiden

Versuche so wenig wie möglich wegzuschmeißen. Mit weggeworfenen Lebensmitteln wirfst du gleichzeitig auch die entsprechende Menge Wasser weg, die zur Produktion benötigt wurde. Das gleich gilt für Alltagsprodukte, egal ob Elektrogeräte, Kleidung oder andere Gegenstände, versuche sie so lange wie nur möglich zu gebrauchen. Gehen sie doch mal kaputt, lohnt es sich zu checken, ob das Produkt nicht repariert oder zumindest recycelt werden kann. Geräte, wie Vertikutierer oder Geräte für den handwerklichen Bedarf könnt ihr in den meisten Baumärkten mieten. In vielen Großstädten gibt es auch Online-Leihportale wie z.B. in Berlin, wo man sich in seiner Umgebung die unterschiedlichsten Gegenstände einfach ausleihen kann. Und auch im Freundeskreis kann man prima gemeinsam Geräte kaufen und nutzen.

Tipps um Müll zu vermeiden:

Müll trennen

Mülltrennung ist wichtig, sonst werden unnötig Treibhausgase erzeugt. Bild: iStock

Auch wenn es im Alltag manchmal mühsam ist, der erzeugte Müll muss natürlich auch getrennt werden. Denn so kann man Rohstoffe und Energie sparen. Landet nämlich dein ganzer Müll in der Restmülltonne, wird er verbrannt und erzeugt Treibhausgase. Altglas und Altpapier kann fast vollständig wiederverwertet werden. Dadurch wird Wasser und Energie gespart und das Klima entlastet. Bioabfall wird am besten im Kompost entsorgt, dann entsteht daraus gut Erde. Die Grüne Tonne ist die perfekte Alternative für alle, die keinen Komposthaufen besitzen. Wertstoffe wie Dinge aus Kunststoff oder Metall landen schließlich in der gelben Tonne oder im gelben Sack, damit daraus neue Dinge hergestellt werden können. Sondermüll wie Batterien, Energiesparlampen und andere Elektrogeräte müssen zu Wertstoffhöfen oder speziellen Sammelcontainern gebracht werden, die oft auch in der Nähe der Kassen in Drogerien und Baumärkten zu finden sind.

Energie sparen im Alltag

Energie sparen ist ganz einfach, du musst nur ein paar Kleinigkeiten beachten: Auch im Standby- oder Sleep-Modus ziehen Elektrogeräte Strom, daher die Geräte, genau wie Leuchten immer ganz ausschalten, wenn du sie nicht brauchst.

In privaten Haushalten macht das heizen über 75 Prozent des Energieverbrauchs aus. Schon wenn du deine Raumtemperatur um ein Grad Celsius senkst, reduzierst du den Energieverbrauch um rund 6 Prozent. Zudem lohnt sich eine gute Wärmedämmung und der Umstieg auf erneuerbare Energien. Und wenn du nachts die Rollläden schließt, können Wärmeverluste durch das Fenster um circa 20 Prozent verringert werden. Ein gutes Wohnklima hast du beispielsweise in Wohn- und Kinderzimmern bei ca. 20 Grad, im Bad darf es mit 22 Grad etwas wärmer sein. In Schlafräumen reichen 17 bis 18 Grad. Auch Küchen müssen nur sparsam beheizt werden, da Kühlschränke und Spülmaschinen Abwärme produzieren, hier reichen 18 Grad. Kälter sollte es in den Zimmern jedoch nicht werden, da sonst die Wände zu sehr abkühlen und sich auch Schimmelpilz bilden kann. Um in den Räumen für frische Luft zu sorgen, reicht sogenanntes Stoßlüften, also das Fenster alle zwei bis drei Stunden einige Minuten, komplett zu öffnen, aus.

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